Trauer um Stephan Kohler

Stephan Kohler in Toblach

 

Die Toblacher Gespräche trauern um Stephan Kohler, der am 31. Oktober im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Als langjähriges Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Toblacher Gespräche hat er unsere Initiative viele Jahre lang entscheidend mitgeprägt. Er gestaltete nicht nur über Jahrzehnte die Toblacher Gespräche mit, sondern war auch tief verbunden mit Toblach, den Dolomiten, Südtirol, den Bergen, in denen er oft mehrmals jährliche mit vielen Freunden vor Ort anspruchsvolle Wanderungen und Klettertouren unternahm.

Seine berufliche Laufbahn begann Kohler beim TÜV Bayern, Abteilung Kerntechnik und Strahlenschutz, ging dann zu MAN, Neue Technologien und schließlich zur Hochtemperatur Reaktorbau GmbH in Mannheim. Diese beruflichen Erfahrungen ließen ihn zu einem entschiedenen Gegner der Atomenergie werden, mit der Konsequenz, dass er 1981 Mitarbeiter des Öko-Institut in Freiburg wurde und dort schon zwei Jahre später den Fachbereich Energie übernahm. Mit seinem Fachbereich legte er in den frühen Achtziger Jahren die programmatischen Grundlagen für die deutsche Energiewende. 1991 wurde er Geschäftsführer der neugegründeten niedersächsischen Energieagentur und Vorstandsmitglied des Öko-Instituts Freiburg. Von 2000 bis 2014 leitete er dann die neugegründete Deutsche Energie-Agentur (dena). In diesen zweieinhalb Jahrzehnten gestaltete er argumentationsfreudig und nachhaltig die deutsche Energie- und Klimapolitik mit. Bei der Vorbereitung für seinen Eröffnungsvortrag der Toblacher Gespräche 2020 sprach er sich für eine offene Diskussion der Technologien und Verfahren aus, um die CO2 Emissionen zu reduzieren, einschließlich Carbon Capture and Storage (CCS), aber auch für eine verstärkte Aufmerksamkeit für „dezentrale Technologien und Innovationen, die zur CO2 Reduktion beitragen können. Dazu müssen wir aber die Infrastruktur bereitstellen, um smarte Systeme entwickeln zu können“. Diese Diskussion haben wir Ende September bei den Toblacher Gesprächen dieses Jahres tatsächlich geführt, ohne Stephan, aber in der Hoffnung, bald wieder den Diskurs mit ihm fortsetzen zu können. Wir beklagen in tiefer Trauer den Verlust dieses engagierten und streitbaren Kämpfers für einen grünen Fortschritt.   

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