Toblacher Gespräche 2020

25. - 27. September

Gegen das Klimachaos: zwischen Technologie und Suffizienz

Konzeption: Wolfgang Sachs und Karl-Ludwig Schibel

Einleitung
Den Klimawandel stellt niemand mehr in Frage und nur sehr wenige die Rolle des Menschen bei der Erderwärmung. Alle, oder doch fast alle bekennen sich zum Klimaschutz. Aber was sind die neuen Konflikte und Kontroversen? Die Toblacher Gespräche 2020 wollen den Teilnehmern, denen der Klimaschutz zumeist seit Jahren am Herzen liegt, Gelegenheit zur Information und Diskussion, zur Vertiefung und Orientierung in diesem die Zukunft der Menschheit bestimmenden Handlungsfeld geben. Denn gerade jetzt, da Klimaschutz, nicht zuletzt durch „Fridays for Future“, aber auch die steigende Häufigkeit und wachsende Intensität extremer Wetterereignisse für die Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft in den Vordergrund tritt, sehen sich just jene, die sich seit Jahren für den Klimaschutz einsetzen, herausgefordert, Optionen und Handlungsstrategien neu zu bestimmen.

Es gilt nicht mehr, Entscheidungspersonen und einer allgemeinen Öffentlichkeit von der Bedrohung durch den Klimawandel zu überzeugen, sondern in einer schwer überschaubaren Gemengelage zwischen erfolgsversprechenden Handlungsoptionen einerseits und nur interessengeleiteten oder fundamentalistischen Scheinlösungen andrerseits zu unterscheiden. Bleiben fossile Brennstoffe eine Option, wie der „Klimaplan“ der Republikaner im US-amerikanischen Abgeordnetenhaus vorsieht, der dem Klimawandel mit dem Pflanzen von Bäumen und Carbon Capture & Storage Herr werden will? Gilt es, die Postwachstumsbefürworter zu unterstützen, die auch „grüne“ Industrien verhindern wollen und „intelligentes Wachsen“ in einem Green New Deal als Versuch sehen, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben?

Das fängt beim Begriff „Klimawandel“ an. Er klingt recht harmlos und bietet sich für die eher banale Affirmation an, das Klima habe sich immer schon gewandelt. Der Begriff des „Klimachaos“ erschien vielen im Feld Tätigen unseriös und dramatisierend, die sich heute fragen müssen, ob nicht diese dramatische Zuspitzung noch hinter der Wirklichkeit zurückbleibt. Im Zentrum der Gespräche dieses Jahres wird die Frage nach dem Verhältnis von smarten Lösungen, Technik und Suffizienz stehen. Sei es der potentielle Beitrag dieser Lösungspfade zur Dämpfung des Klimawandels als auch ihre gesellschaftliche Akzeptanz und Umsetzbarkeit in einer demokratischen Gesellschaft.

 

Programm

Freitag Abend
A qualcuno piace caldo - Conferenza spettacolo sul clima che cambia
Mit Stefano Caserini, Erminio Cella, Francesca Cella

Samstag Vormittag
Climate Emergency. Szenarien möglicher Fluchtwege
Graeme Maxton
Discussants: Isabella Alloisio, Zeno Oberkofler

Samstag Nachmittag
Effizienz und Suffizienz. Zwei Perspektiven zur Transformation des Wärme- und Verkehrssektor
Lorenzo Pagliano, Polytechnikum Mailand

Arbeitsgruppen
Die Arbeitsgruppen werden parallel angeboten

  • Wärme- und Kältewende, Smart Home. Digitale Überwachungstechnik zum emissionsfreien Haus
  • Einfach anders wohnen. Was man von Ökodörfern lernen kann
  • Nachhaltige Mobilität. Über Elektromobile, autonomes Fahren und Vernetzung
  • Smart Agriculture. Wie sich mit Präzisionslandwirtschaft die Gülle und Gifte reduzieren lassen
  • Weniger Fleisch - Ist vegan essen eine Lösung?


Samstag Abend

Knödelessen

Sonntag Vormittag
Berichte aus den Arbeitsgruppen
Green New Deal und die ökologische Konversion der Industrie
Stephan Kohler
Die blaue Ökologie – eine Ökologie für das 21. Jahrhundert
Matthias Horx
Fünf Jahre mit den SDGs. Flop oder Utopie
Enrico Giovannini

Stand: 04.2020

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